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Kurzgeschichten2017-12-28T09:54:44+00:00

Manche Gefühle halten länger als eine Zugfahrt

Jedes Mal, wenn ich während meiner Zugreise die Metalltreppe in das Zugabteil betreten habe, fragte ich mich, was wohl auf diesem Abschnitt passieren würde, dass mich ganz besonders überrascht. Was wird mir dieses Mal in Erinnerung bleiben? Als ich morgens aufstehe, ahne ich noch nicht, dass die nächste Bahnfahrt eine der verrücktesten Episoden meiner dreimonatigen Reise sein wird.

Meine Zugfahrt bringt mich zurück nach Texas, wo ich zunächst El Paso besuchen möchte, um dann nach San Antonio weiter zu fahren. Dort werde ich meine Zugreise für knapp zwei Wochen unterbrechen, um zu sehen, ob aus anfänglicher Verliebtheit tiefere Zuneigung, wenn nicht gar Texas-Liebe entsteht. Dass ich diese Liebe schon auf dem Weg nach Texas gefunden habe, treibt mir heute immer noch Freudentränen in die Augen. 

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Von Pistolen, Anhaltern und Schlammschlachten

„Unverhofft kommt oft“ und in Frankreich an diesem Tag mit voller, wundervoller, Wucht!

Hätte man mir vor dieser Reise erzählt, ich würde im Elsass ein Pläuschchen mit Männern mit Sturmgewehren halten, einen Anhalter mitnehmen und auf ein Rockfestival gehen, dass die ganze Franche-Comté zum Beben bringt, hätte ich das nicht geglaubt.

Die Sonne scheint auf die große Terrasse des Hôtel La Clairière mitten im Naturpark der Vogesen. Vor mir stehen drei Schnapsgläser. Diese Aussage zaubert ein stolzes Lächeln auf die Lippen einiger meiner Freunde, andere werfen ihre Stirn in Sorgenfalten. Diese kann ich beruhigen: die Gläser sind mit verschiedenen Smoothie-Sorten gefüllt. Bei Spinat mit viel zu viel Ingwer schüttelt es mich gerade. Ich nehme lieber noch einen Bissen von dem noch warmen Croissant, lehne mich im Stuhl zurück und recke mich. Ein wundervoll entspannter Morgen.

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Schampus, Pralinen und Mumienschieber

Mit zerzausten Haaren und nass-schwerer Wolljacke, es musste heute beim typischen Hamburger Schmuddelwetter unbedingt die Wolljacke sein, laufe ich die Paul-Roosen-Straße entlang. Ich bin spät dran. Ludwig und ich sind zum Kaffeekränzchen in der St. Pauli Tarterie verabredet. Er wartet schon. „Wie siehst du denn aus?“ Ich gebe ihm eine ordentliche Umarmung. Soll er sich mal nicht so anstellen. Das bisschen Nässe. „Ich war noch schnell am Hafen.“ „Weil das Wetter so schön ist heute, oder wie?“ „Nein, die Queen Mary 2 lief eben ein.“ Ludwig lacht.

Meine Freunde lachen oft über mich, weil ich so verrückt nach Schiffen bin. Ich kann stundenlang in Hamburg an der Elbe sitzen und Schiffe gucken. Wahrscheinlich liegt mir das Seefahrerblut als Halbfilipina in den Genen. Mein Vater fuhr auch zur See.

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Die Freiheit nehme ich mir!

Was für komische Geräusche der Kühlschrank manchmal macht. Es ist irgendwas zwischen ächzen und quietschen. Ich liebe es, denn es ist der Kühlschrank in meiner neuen Wohnung; meiner eigenen Wohnung. In meinem Zuhause.

Hinter mir liegen aufregende anderthalb Jahre. Nach 15 Jahren Festanstellung hatte ich mich selbständig gemacht. Reisen und drüber schreiben wollte ich. Nachdem ich durch Asien und Europa gereist war, fuhr ich letztlich mehr als drei Monate lang mit dem Zug kreuz und quer durch die USA und sammelte Geschichten.

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